Hausaufgaben macht man nicht in der Schule!


Es gibt einige die fragen, wozu denn eine Wiese, es gibt doch Hundevereine?

Das ist richtig und die Vereine und ihr Kursangebot sind ein unschätzbarer Beitrag zur Erziehung und Beschäftigung der Hunde. Doch wir sagen unseren Kindern ja auch nicht, wozu musst du noch auf den Spielplatz, du konntest doch schon in der Schule mit deinen Freunden spielen?

Soziale Kompetenz wird vor allem im privaten Bereich ausgebaut und geschult. Das gilt für Hunde genauso wie für Kinder (bevor jetzt ein Aufschrei ertönt, dass ein Kind über dem Hund steht, es geht hier um das zugrunde liegende Prinzip und nicht um die Frage der Wertigkeit von Kind und Hund).

Des Weiteren steht in der Hundeschule oder auf dem Vereinsplatz ein Trainer neben dem Halter und gibt ihm Anweisungen und Tipps. Doch ohne die nötige übung und den Selbstversuch außerhalb des Schulbereichs, erlangt der Halter nie die nötige Selbstsicherheit, um das Erlernte auch richtig auszuführen. Dafür sind Hausaufgaben schließlich da: zur Selbsterprobung. Eine öffentliche Hundewiese ist für diesen Zweck ideal.

Wieso nutzen wir dann nicht einfach den Vereinsplatz?

Weil dieser nur von Mitgliedern genutzt werden kann und nicht jeder gleich Vereinsmitglied werden möchte. Das Prinzip ist ähnlich wie bei öffentlichen Bolzplätzen. Kinder brauchen auch Bewegung um gesund zu bleiben und der Zwang gleich einem Sportverein beizutreten, schränkt die Persönlichkeitsrechte ein. Hundehalter sollten auch nicht genötigt werden einem Verein beizutreten, um ihren Vierbeiner artgerecht zu halten.

Außerdem würde der Vereinsplatz nicht ständig zur Verfügung stehen. Während der Kurszeiten ist er belegt und weder morgens vor der Arbeit, noch abends danach, ist er offen. Das läuft dem Zweck der Wiese zuwider, denn sie sollte so oft wie möglich besucht werden können und das geht beim heutigen Lebenswandel mit all den Pflichten und Zeitplänen nur, wenn sie zu jeder Tageszeit zur Verfügung steht.

Wenn die Leute mehr radeln würden, hätten die Hunde genug Bewegung?

So argumentiert nur jemand der einen mäßig aktiven Hund hat, soziale Kontakte zu Artgenossen für überflüssig hält und nicht über den eigenen Tellerrand hinaus schauen kann oder will.

Gerade für eine große Anzahl älterer Menschen ist der Hund ein lebenswichtiger Begleiter. Familienbande sind nicht mehr das, was sie mal waren und der Hund füllt an dieser Stelle eine soziale Lücke. Doch nicht jeder Rentner ist noch gut zu Fuß und eine Spielwiese mit Bänken ist wie für ihn gemacht.

Oder die richtig quirligen Hunde, denen selbst vier Stunden Radfahren noch nicht reichen. Nichts geht über ein ausfüllendes Spiel mit Seinesgleichen. Und wer seinen Hund schon einmal auf so einer Wiese ausgelassen rennen sah, will das nicht mehr missen.




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