„Da kann ja jeder kommen!”

Das beliebteste Argument gegen eine Hundewiese, ist das der Gleichbehandlung der Hundehalter mit anderen Haustierbesitzern. Wenn Hundehalter eine Auslaufwiese bekommen, was folgt als Nächstes? Ein Katzenplatz? Die öffentliche Pferdeweide?
Da könnte ja jeder kommen!
Auf den ersten Blick erscheint das Argument eine überlegung wert. Wer jedoch länger darüber nachdenkt, wird feststellen, dass es eine oberflächliche Rechtfertigung ist, die der Sachfrage in keiner Weise gerecht wird.
Denn:

  • Kann man den Hund überhaupt so pauschal mit anderen Haustieren vergleichen?

  • und

  • Wird der Hundehalter tatsächlich zu anderen Haustierbesitzern gleich behandelt?
Ein zentraler Punkt, bei einem Vergleich von Hunden mit anderen Haustieren, sind die Bedürfnisse, die sich aus den spezifischen Eigenheiten der Haustierspezies und den Haltungsnotwendigkeiten ergeben.

Hunde orientieren sich als echte Rudeltiere an ihrer menschlichen Familie. Ihr Wohlergehen hängt direkt vom Besitzer und dessen Möglichkeiten ab. Gemeinsame Interaktionen, vor allem das Laufen und Spielen außerhalb des Hauses, gehören zu einem gesunden, artgerechten Umgang. Soziale Fähigkeiten, geradein Bezug auf Artgenossen, müssen lebenslang durch soziale Interaktion aufrechterhalten werden.

Vergleichen wir die genannten Erfordernisse einer artgerechten Hundehaltung beispielsweise mit denen der Hauskatze. Auch wenn sie ein soziales Tier ist, dass im Heimbereich in Gruppen lebt und interagiert, ist sie ein einsamer Jäger und im freien Feld meist einzeln anzutreffen. Sie benötigt und verlangt im Allgemeinen keinen gemeinsamen Auslauf mit ihrem Halter. Sie kann auch ohne den Menschen für ihre Nahrung sorgen und ist größtenteils unabhängig. Aufgrund der Haltungsweise von Freigänger Katzen, wie oben beschrieben, ist es nicht einmal machbar das Tier einem bestimmten Haushalt zuzuordnen, es sei denn man ist der Besitzer selbst.

Der Vollständigkeit halber ziehen wir als Vergleichswert noch die Lebensumstände des Pferdes heran. Das Pferd kann nicht im Haus gehalten werden und benötigt eine eigene Weide und einen Stall. Es lebt in einem festen Gruppenverband und braucht darüber hinaus keine tägliche Schulung im Umgang mit fremden Artgenossen im Gelände. Zumal der Reiter außerhalb des Stalls zum Reiten unterwegs ist und nicht zum gemütlichen Stelldichein.

Bei anderen Haustieren wie Hasen, Ratten, Leguanen etc. ist es das gleiche Ergebnis. Sie haben andere Bedürfnisse und werden ganz anders gehalten als ein Hund, der einen Ort braucht an dem er sich frei bewegen, Artgenossen treffen und lernen kann. Ein genereller Vergleich der Tiere ist demnach nicht mö;glich.

Sollte man an dieser Stelle zu einem anderen Ergebnis gekommen sein und für sich feststellen, dass die Bedürfnisse über den Kamm geschoren doch zu ähnlich sind, und der Hund und sein Halter folglich nicht anders behandelt werden dürfen als jeder andere Hautierhalter, dann fragt sich, ob das in der Realität auch so gehandhabt wird.

Hunde unterliegen dem Leinenzwang, Katzen streunen frei herum. Für Hundehalter gibt es Strafandrohungen, wenn ihre Tiere Felder betreten, Katzen dürfen überall herum laufen.

  • Sollte jetzt das Argument auftauchen, dass dieser Umstand auf mangelnde Kontrollmöglichkeiten der Stubentiger zurückzuführen ist, sollte man zu Punkt eins zurückkehren und sich fragen, ob die Tiere doch nicht vergleichbar sind.
  • Die Begründung, dass das auf die unangenehmen Hinterlassenschaften der Hunde zurückzuführen ist, ist hinfällig, denn Pferdeäpfel bleiben auch liegen und jeder Gärtner hat schon zur Genüge in vergrabene Katzenfäkalien gelangt. Stuhlgang hat nun mal jeder!
  • Der Ausschluss einer Gefahrenquelle für Mensch und Natur ist auch ein Punkt, der nur beim Hund zur Geltung gebracht wird, dabei gefährden Katzen mit spontanem überqueren der Straßen die Verkehrssicherheit und tragen als Vogeljäger wesentlich zur Dezimierung der heimischen Vogelarten bei.
Aber das größte ärgernis aller Hundehalter ist unbestreitbar die Hundesteuer. Als einziger Heimtierhalter zahlt der Hundebesitzer diesen individuell für ihn geltenden Obolus.

Wie man es dreht und wendet, das Ergebnis bleibt das Gleiche. Sind die Hunde mit anderen Tierarten nicht zu vergleichen, zählt das Argument der Gleichbehandlung hinsichtlich der Ablehnung einer Hundewiese nicht. Kommt man zu dem Ergebnis, dass Hunde im Wesentlichen nicht so anders sind als die anderen Heimtiere, kann man nicht leugnen, dass sie dennoch anders behandelt werden.




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